hauspost: Geldspende für Kinder und Jugendliche

Lions Club Schwerin Fürst Niklot ermöglicht Prozessbegleitung

Schwerin • Kinder, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, werden seit zehn Jahren durch den Kinderschutzbund Schwerin durch eine Sozialpädagogische Prozessbegleiterin betreut.

Derzeit sind es 23 Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 21 Jahren. „Kaum vorstellbar, aber 30 Prozent der Täter sind Jugendliche“, sagt Ralf Melzer, Präsident des Lions Club Schwerin Fürst Niklot. „Sie kommen oft mit Bewährung oder Sozialstunden davon und verbleiben somit im Umfeld der Opfer. Wir wollen den Opfern bei der Bewältigung ihrer Situation helfen und haben deshalb mit dem Verkauf von Glühwein durch unsere Mitglieder 3.000 Euro gesammelt. Dieses Geld soll die Prozessbegleitung der traumatisierten Opfer sichern.“
Nadine Schomann vom Kinderschutzbund ist dankbar. Sie kümmert sich um die betroffenen Mädchen und Jungen und deren Familien während der jahrelangen Gerichtsprozesse. In Stunden lässt sich ihre Arbeit kaum ausrechnen. Das Justizministerium MV hat die Notwendigkeit dieser Arbeit erkannt und startete bereits 2010 ein Modellprojekt. 90 Prozent der notwendigen Mittel werden deshalb über das Ministerium finanziert. Zehn Prozent muss der Kinderschutzbund selbst aufbringen und bekam deshalb schon für 2013 Unterstützung vom Lions-Club Schwerin Fürst Niklot. Weit über 60 Fälle von sexuellem Missbrauch sind seit dem Start des Projekts „Psychosoziale Prozessbegleitung bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ beim Kinderschutzbund bekannt geworden.
Mit der Unterstützung der Lions-Freunde ist die Arbeit von Diplom-Sozialpädagogin Nadine Schomann (35) wieder ein Stück mehr gesichert. Sie begleitet professionell und mit viel Erfahrung missbrauchte Kinder und Jugendliche beim Weg zur Polizei, zum Anwalt und vor Gericht. „Es ist für Kinder und Jugendliche nicht leicht zu verstehen, welche Folgen nach einer Anzeige auf sie zukommen, was im Juristendeutsch gesagt wird oder was die Sätze im Urteil bedeuten.“ Viele Missbrauchsfälle, die Nadine Schomann begleitet, sind aus dem familiären Umfeld, wo Vertrauen eine große Rolle spielt, ob zu Hause, in der Schule, im Verein oder bei Verwandten. Sie organisiert die Abläufe für die Opfer, damit die Kinder zum Beispiel nicht neben dem Täter vor dem Gerichtssaal sitzen müssen. Durch ihre Arbeit kann sie die Gefahr einer erneuten Traumatisierung bei der Polizei und vor Gericht verringern und den Opfern mehr Sicherheit im Strafverfahren geben. Insgesamt werden 6.500 Euro benötigt. Melzer: „Ich appelliere an jeden, der spenden will und kann. Hier wird das Geld dringend gebraucht.“

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